Kurzdefinition (zitierfähig, 55 Wörter)
n8n vs. Make ist die Entscheidungsfrage zwischen zwei Automatisierungsplattformen mit ähnlichem Zweck und unterschiedlicher Philosophie. n8n ist node-basiert und self-hostbar, die Kontrolle über Hosting und Daten liegt bei euch. Make ist ein visueller Cloud-Dienst, der nach Operations abrechnet und den Einstieg ohne eigene Infrastruktur erleichtert. Die richtige Wahl hängt von Governance, Volumen und Team-Erfahrung ab.
Warum die Frage überhaupt gestellt wird
Beide Tools lösen dieselbe Grundaufgabe. Sie verketten Trigger, Apps und KI-Schritte zu Abläufen, die ohne klassisches Programmieren laufen. Deshalb landen Teams bei der Recherche fast zwangsläufig bei beiden Namen und suchen nach einem eindeutigen Sieger. Den gibt es nicht. Es gibt nur eine passende Antwort für einen konkreten Kontext. Genau diese Übersetzung von „welches ist besser" zu „welches passt zu uns" ist der Kern dieser Seite.
Die zwei Werkzeuge sind aus verschiedenen Grundhaltungen entstanden. n8n kommt aus der Idee, Automatisierung gehöre auf die eigene Infrastruktur, damit Daten das Netz nicht verlassen. Make kommt aus der Idee, Automatisierung solle so visuell und niedrigschwellig sein, dass sie ohne IT startet. Diese Herkunft erklärt die meisten Unterschiede in der Praxis.
Die Entscheidungsdimensionen
| Dimension | n8n | Make |
|---|---|---|
| Hosting | self-hostbar oder n8n-Cloud | ausschließlich gehosteter Cloud-Dienst |
| Datenkontrolle | hoch, Daten können im eigenen Netz bleiben | Daten laufen über den Anbieter |
| Preislogik | nach Ausführungen oder Self-Hosting-Betrieb | nach Operations, also Modul-Schritten |
| Lernkurve | etwas steiler, dafür sehr flexibel | sehr niedrigschwellig, stark visuell |
| Code-Flexibilität | Code-Nodes mit JavaScript oder Python | begrenzter, Fokus auf No-Code-Bausteine |
| Integrationen | breit, wächst offen, eigene Nodes möglich | sehr breit, viele fertige App-Connectoren |
| Wartung | ihr betreut Betrieb und Updates bei Self-Hosting | Betrieb liegt beim Anbieter |
Der Mechanismus hinter der Kostenfrage
Der entscheidende Unterschied im Alltag ist die Abrechnungslogik. Make zählt Operations, also jeden ausgeführten Modul-Schritt. Ein Szenario mit vielen Modulen und hohem Volumen erzeugt schnell viele Operations. n8n rechnet je nach Betriebsmodell anders, beim Self-Hosting zahlt ihr grob für die Infrastruktur, nicht pro Schritt. Daraus folgt eine einfache Faustregel.
Diese Schwelle ist kein fester Wert, sie verschiebt sich mit Tarifen und Aufwand. Aber die Richtung stimmt. Bei kleinem Volumen zählt der schnelle Start, bei großem Volumen und Datensensibilität zählen Kontrolle und laufende Kosten.
Ein durchgerechnetes Mini-Beispiel
Ein illustrativer Fall. Dasselbe Szenario, 5 Schritte je Durchlauf, einmal bei 800 und einmal bei 20.000 Vorgängen pro Monat.
- Bei 800 Vorgängen: rund 4.000 Operations pro Monat. Das liegt meist in einem kleinen Make-Plan, der Betrieb ohne eigene Server spart Zeit. Make gewinnt hier auf Einfachheit.
- Bei 20.000 Vorgängen: rund 100.000 Operations pro Monat. Hier steigen die Operations-Kosten deutlich, und wenn dazu sensible Daten im Spiel sind, spricht viel für n8n self-hosted mit planbaren Infrastrukturkosten.
Die Zahlen sind ein Rechenmodell, keine garantierte Kundenzahl. Der Punkt ist die Kippstelle. Volumen und Datensensibilität drehen die Antwort, nicht ein pauschales Urteil über das bessere Tool.
Anwendungsfälle nach Funktion und passende Wahl
| Funktion | Typische Challenge | Tendenz |
|---|---|---|
| Marketing (kleines Team) | Leads anreichern, verteilen | Make, schneller Start ohne IT |
| Vertrieb mit CRM-Standard-Apps | Termine, Notizen synchron halten | Make, viele fertige Connectoren |
| Finance mit sensiblen Belegen | Belege extrahieren, verbuchen | n8n self-hosted, Daten bleiben intern |
| Operations, hohes Volumen | wiederkehrende Massenprozesse | n8n, Operations-Kosten unter Kontrolle |
| IT und SaaS, eigene APIs | interne Systeme verbinden | n8n, Code-Nodes und volle Kontrolle |
| HR, einfache Standardabläufe | Eingang bestätigen, ablegen | Make, niedrige Einstiegshürde |
Branchen und ihre typische Tendenz
Die Wahl folgt selten der Branche, aber es gibt Muster. Marketing-Agenturen (unser erster ICP) und kleinere Teams starten oft mit Make, weil viele Kampagnen- und CRM-Tools schon angebunden sind und keine IT die Automatisierung betreibt. Finanzen, Versicherung, Gesundheit und Industrie mit sensiblen oder regulierten Daten tendieren zu n8n self-hosted, weil Daten das eigene Netz nicht verlassen sollen. IT- und SaaS-Teams wählen häufig n8n wegen der Code-Nodes und der Kontrolle. Entscheidend bleibt das Datenprofil und das Volumen, nicht das Branchenetikett.
Wann welches Tool passt, und wann keins von beiden
n8n passt bei Datensensibilität, hohem Volumen, eigenem IT-Betrieb und dem Wunsch nach voller Kontrolle. Make passt bei schnellem Start, Standard-Apps, kleinem bis mittlerem Volumen und einem Team ohne eigene Infrastruktur. Keins von beiden passt, wenn nur zwei simple Apps ohne Logik verbunden werden, denn dann reicht oft ein noch schlankeres Werkzeug. Und keins von beiden hilft, wenn nach dem Workshop niemand den Ablauf betreut.
n8n vs. Make und der EU AI Act
Seit dem 2. Februar 2025 verlangt Artikel 4 der KI-Verordnung, für ausreichende KI-Kompetenz der Mitarbeiter zu sorgen, rollen- und kontextbezogen. Ein Workshop, in dem ein Team die Toolwahl selbst durchdenkt und einen Ablauf mit KI-Schritt baut, kann eine praktische Kompetenzmaßnahme dokumentieren und so ein Baustein sein. Das ersetzt kein behördliches Zertifikat und garantiert keine automatische Compliance. Bei der Frage, wohin welche Daten fließen dürfen, ist qualifizierte Beratung sinnvoll.
Verwandte Begriffe im Glossar
n8n · Make · Voice Agent · KI-Challenge-Canvas · KI-Hackathon · KI-Workshop
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